Über das Projekt

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Das an der Coventry University angesiedelte DFG-Forschungsprojekt untersucht die Herausforderungen des Bleibens und Bewahrens in den sonst vom Primat der Präsenz her gedachten Kunstformen Tanz, Musiktheater und Performancekunst. Das bis Februar 2018 andauernde Projekt teilt sich in drei Themenfelder: Im ersten, Reprisen. Zum Phänomen des Bleibenden in Tanz und Performance (Susanne Foellmer), werden Strategien des Bleibens während und nach Aufführungen sowie Ereignissen in der Performancekunst analysiert und davon ausgehend begrifflich systematisiert. Bereich zwei befasst sich unter dem Titel Audiovisuelle Aufzeichnungen als Instrumente der Aufführungsanalyse von Musiktheater (Cornelia Schmitz) mit Aufführungsvideos als dynamischer Erinnerungskonserve, die als ‚Reste‘ in einem Spannungsverhältnis zu ihren Aufführungen stehen. Das dritte Arbeitsgebiet Dem Zitat auf der Spur. Von einem Phänomen der Wiederkehr im Tanz (Katharina Schmidt) untersucht aus erfahrungsästhetischer Perspektive Bleibemomente im Erleben einer Aufführung. Das Vorhaben möchte im Zuge dessen einen Beitrag zur Diskussion um die Möglichkeit des Erfahrens eigener Zeitlichkeiten im Tanz jenseits der Opponenten Flüchtigkeit und Dauerhaftigkeit leisten.

Dabei wird insgesamt der Fokus auf das Bleibende des Transitorischen gerichtet, das sich in einer doppelten Verfasstheit zeigt: Als Zeitfigur von Resten, die als Spuren von Performances Entgrenzungen in die ästhetischen Erfahrungsräume von Museum, (Aufführungs-)Video oder anderen Aufzeichnungsmedien vollziehen. Sodann als Wieder-Holung im Sinne ästhetischer Verfahren: als Praktiken des Bleibens innerhalb von Aufführungen selbst, etwa in den Speicher- und Rekonstruktionsversuchen vergangener flüchtiger Bühnenereignisse.